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Volksfürsorge Berufsunfähigkeitsversicherung im Überblick

Die Volksfürsorge war einst eine der größten deutschen Lebensversicherungen mit gewerkschaftlichen Wurzeln. Nach einer wirtschaftlichen Schieflage und schrittweiser Übernahme geht ihre Geschichte heute vollständig in der Marke Generali auf.

✘ Marke seit Ende 2014 vollständig aufgegeben → BU heute unter der Marke Generali ℹ Historisch bis zu 6 Millionen Kunden in der Lebensversicherung
Gegründet
22. Mai 1913 in Hamburg
Ursprung
Gewerkschaftlich-genossenschaftlich
Übernahme durch AachenMünchener
1988/1990
Reine Vertriebsgesellschaft seit
2009
Marke aufgegeben
31.12.2014
Der Versicherer

Gewerkschaftliche Wurzeln und wirtschaftlicher Aufstieg

Die Volksfürsorge Lebensversicherungs-AG wurde am 22. Mai 1913 in Hamburg als gewerkschaftlich-genossenschaftliche Aktiengesellschaft gegründet - auf Initiative von Adolph von Elm (1857-1916), einem Mitbegründer der Tabakarbeiter-Genossenschaft und späteren SPD-Reichstagsabgeordneten. Ziel war es, den Mitgliedern der Arbeiterbewegung eine eigene, verlässliche Lebensversicherung anzubieten, unabhängig von privaten, gewinnorientierten Versicherungskonzernen.

Über die Jahrzehnte wuchs die Volksfürsorge zu einem der "Big Player" auf dem deutschen Lebensversicherungsmarkt heran - zu ihrer Blütezeit betreute das Unternehmen allein in der Lebensversicherung rund sechs Millionen Kunden. Die Hauptverwaltung befand sich am Besenbinderhof in Hamburg, in einem Gebäude, das später - nach mehreren Umstrukturierungen - als "Generali Haus" weitergeführt wurde.

Historischer Wendepunkt

Die Schieflage in den 1980er Jahren

Bereits Mitte der 1980er Jahre geriet die Volksfürsorge in eine ernste wirtschaftliche Schieflage. Ein wesentlicher Grund lag in der engen Verbindung zu gewerkschaftseigenen Beteiligungsgesellschaften und Banken, die sich mit riskanten Finanzgeschäften verspekuliert hatten - ein Umstand, der auch im Zusammenhang mit den damaligen Skandalen um die gewerkschaftliche Wohnungsbaugesellschaft "Neue Heimat" und die Handelsgenossenschaft "co op" stand. Um die Finanzen der beteiligten Gewerkschaften zu sanieren, musste ein Teil des Aktienkapitals der Volksfürsorge verkauft werden.

Diese Notwendigkeit eines Teilverkaufs markierte den Beginn des Wandels der Volksfürsorge von einer eigenständigen, gewerkschaftlich geprägten Versicherung zu einem Unternehmen unter zunehmend fremdem Einfluss - ein Prozess, der sich über die folgenden Jahrzehnte fortsetzen sollte.

Eigentümerwechsel

Die Übernahme durch die AachenMünchener

Im Jahr 1988 erwarb die damalige AachenMünchener Gruppe zunächst rund 25 Prozent und in der Folge die Mehrheitsbeteiligung an der Volksfürsorge. 1990 übernahm die AachenMünchener schließlich auch die restlichen Anteile - die Volksfürsorge war damit vollständig im Besitz der AachenMünchener-Gruppe, wurde aber zunächst noch als eigenständige Tochtergesellschaft mit eigenem Markenauftritt fortgeführt.

Diese Konstruktion - eine übernommene Gesellschaft, die ihre eigene Marke zunächst behält - ist im deutschen Versicherungsmarkt keine Seltenheit und ermöglichte es der Volksfürsorge, ihre über Jahrzehnte aufgebaute Kundenbindung und Markenbekanntheit vorerst weiter zu nutzen, auch nachdem die wirtschaftliche Eigenständigkeit bereits verloren gegangen war.

Der endgültige Wandel

Von der Versicherung zur reinen Vertriebsgesellschaft

2007 fusionierte die Volksfürsorge Versicherungsgruppe mit der Generali Versicherungsgruppe - ein Schritt, der das endgültige Ende der Marke einleitete. 2008 wurde das Lebensversicherungsgeschäft der Volksfürsorge mit der damaligen Generali Lebensversicherung verschmolzen. Im Jahr 2009 wurde die Volksfürsorge schließlich in eine 100-prozentige Tochter der Generali Deutschland umgewandelt und fortan nur noch als reine Vertriebsgesellschaft weitergeführt - ohne eigenes Risikogeschäft, ausschließlich mit der Aufgabe, Produkte der Generali sowie ausgewählter Partner (darunter Advocard Rechtsschutz, die Deutsche Bausparkasse Badenia und die Central Krankenversicherung) zu vermitteln.

In dieser letzten Phase betreute die Volksfürsorge als reine Vertriebsgesellschaft immer noch rund drei Millionen Kunden über etwa 33.000 Mitarbeiter und 236 Bezirksdirektionen bundesweit. Zum 31. Dezember 2014 wurde die Volksfürsorge schließlich vollständig mit den Generali Versicherungen fusioniert, und die traditionsreiche Marke "Volksfürsorge" wurde zugunsten der einheitlichen Marke Generali endgültig aufgegeben.

Praxis-Einordnung

Was das für Ihre BU-Suche bedeutet

Für Verbraucher, die heute eine Berufsunfähigkeitsversicherung suchen, ergibt sich eine klare Konsequenz: Eine eigenständige "Volksfürsorge-BU" existiert seit Ende 2014 nicht mehr. Wer sich für die Nachfolgeprodukte interessiert, sollte direkt die aktuellen Generali-BU-Bedingungen konsultieren - diese sind die tatsächlich abschließbaren Angebote. Eine ausführliche Darstellung finden Sie auf der Generali-Anbieterseite sowie auf der Seite zur AachenMünchener, die den Zwischenschritt der Konzernentwicklung beschreibt.

Für Bestandskunden mit einem älteren Vertrag, der noch unter dem Namen Volksfürsorge abgeschlossen wurde, ändert sich durch die Umbenennungen an den vertraglich vereinbarten Grundleistungen grundsätzlich nichts. Ehemalige Betriebsrentner der Volksfürsorge sollten allerdings wissen, dass es in der Vergangenheit zu Auseinandersetzungen über die Höhe von Rentenanpassungen mit der Generali als Rechtsnachfolgerin kam - wer betroffen ist, sollte sich über den aktuellen Stand solcher Streitigkeiten individuell informieren.

Zielgruppen im Überblick

Für wen dies relevant ist

Einordnung der Volksfürsorge-Situation nach Bedarf
SituationEinordnungEmpfehlung
Bestandskunden mit altem Volksfürsorge-VertragVertrag bleibt gültigNamensänderung betrifft nur die Marke
Neuinteressenten für eine BUGenerali-Tarife prüfenAktuelle Nachfolgemarke für alle Produkte
Ehemalige Volksfürsorge-BetriebsrentnerIndividuell informierenHistorische Streitigkeiten um Rentenanpassungen
Häufige Fragen

Volksfürsorge BU: die wichtigsten Antworten

Gibt es die Volksfürsorge als Versicherer noch?

Nein. Die Marke wurde Ende 2014 vollständig aufgegeben, nachdem das Unternehmen bereits seit 2009 nur noch als reine Vertriebsgesellschaft der Generali fungierte.

Warum geriet die Volksfürsorge in eine Schieflage?

Mitte der 1980er Jahre geriet sie in Schwierigkeiten, unter anderem wegen enger Verbindungen zu gewerkschaftseigenen Banken, die sich mit riskanten Finanzgeschäften verspekuliert hatten.

Wer übernahm die Volksfürsorge?

1988 erwarb die AachenMünchener Gruppe zunächst eine Mehrheitsbeteiligung, 1990 die restlichen Anteile.

Wo bekomme ich heute ein Angebot im Umfeld der Volksfürsorge?

Da die Volksfürsorge vollständig in der Generali aufgegangen ist, sollten Interessenten die aktuellen Generali-BU-Bedingungen heranziehen.

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