Die Suche nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen ist eine der häufigsten Fragen überhaupt - und führt oft in die Irre. Dieser Ratgeber zeigt die Fakten und die tatsächlich existierenden Alternativen.
Eine vollwertige BU-Rente ganz ohne jede Gesundheitsfrage bietet kein seriöser Versicherer an - wohl aber Sonderformen mit deutlich eingeschränkter Leistung und Aktionen mit stark vereinfachten Fragen.
Die Suche nach "BU ohne Gesundheitsfragen" gehört zu den häufigsten Anliegen von Menschen, die sich vor einer Ablehnung wegen bestehender Vorerkrankungen fürchten. Die ernüchternde, aber wichtige Wahrheit vorab: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die eine vollständige, frei verfügbare monatliche Rente ganz ohne jede Gesundheitsprüfung auszahlt, gibt es am deutschen Markt bei keinem seriösen Versicherer. Wer im Internet auf entsprechende Werbeversprechen stößt, sollte diese kritisch hinterfragen.
Was es dagegen tatsächlich gibt, sind drei relevante Zwischenlösungen: erstens Aktionen mit deutlich vereinfachten, aber nicht vollständig entfallenden Gesundheitsfragen für bestimmte Zielgruppen, zweitens eine einzelne echte Ausnahme eines Versicherers, die zwar ohne Gesundheitsfragen auskommt, dafür aber keine frei verfügbare Rente zahlt, und drittens betriebliche Lösungen über den Arbeitgeber mit oft vereinfachter, aber selten vollständig entfallender Prüfung. Alle drei Wege werden in diesem Ratgeber im Detail erklärt.
Diese Erwartungshaltung ist gut nachvollziehbar: Wer bereits mit gesundheitlichen Vorbelastungen lebt, möchte begreiflicherweise nicht auch noch mit der Sorge vor einer möglichen Ablehnung konfrontiert werden. Genau aus diesem Grund lohnt es sich, die tatsächlich verfügbaren Optionen genau zu kennen, statt Zeit mit der Suche nach einem Produkt zu verschwenden, das es in dieser Form am deutschen Markt schlicht nicht gibt. Die im Folgenden erklärten drei realistischen Wege bieten für die meisten Situationen eine deutlich bessere Ausgangslage.
Ohne Gesundheitsprüfung würden sich überwiegend Personen mit hohem Risiko versichern - die Beiträge müssten dadurch für alle drastisch steigen.
Der Grund für dieses Fehlen liegt im Kern der Versicherungsmathematik: Würde ein Versicherer auf jegliche Gesundheitsprüfung verzichten, würden sich überproportional Menschen mit bereits bestehenden, schweren Vorerkrankungen für einen Abschluss entscheiden - ein Effekt, der in der Versicherungswirtschaft als adverse Selektion oder Negativauslese bezeichnet wird. Die Folge wäre eine massiv erhöhte Zahl an Leistungsfällen kurz nach Vertragsabschluss, was die Beiträge für das gesamte Versichertenkollektiv in kurzer Zeit unbezahlbar machen würde.
Die Gesundheitsprüfung erfüllt damit eine doppelte Funktion: Sie schützt nicht nur den einzelnen Versicherer vor unkalkulierbaren Risiken, sondern auch alle übrigen, gesunden Versicherten vor überproportional steigenden Beiträgen, die durch eine unkontrollierte Häufung schlechter Risiken entstehen würden. Wer sich also über die Gesundheitsfragen ärgert, sollte bedenken, dass genau dieses Prinzip die eigenen Beiträge langfristig erschwinglich hält - mehr zum grundsätzlichen Ablauf und der Bedeutung wahrheitsgemäßer Angaben im Ratgeber Gesundheitsfragen bei der BU.
Statt der üblichen 15 bis 20 Fragen umfassen solche Aktionen oft nur 2 bis 5 Fragen mit deutlich verkürztem Abfragezeitraum.
Viele Versicherer bieten zeitlich befristete oder auf bestimmte Zielgruppen zugeschnittene Aktionen an, bei denen die Gesundheitsfragen im Vergleich zum regulären Antrag erheblich reduziert werden. Statt der sonst üblichen 15 bis 20 Fragen enthält ein solcher Aktionsantrag häufig nur 2 bis 5 Fragen, und auch die Abfragezeiträume verkürzen sich oft von den sonst üblichen 5 bis 10 Jahren auf lediglich 2 bis 3 Jahre. Entscheidend ist dabei nicht die reine Anzahl der Fragen, sondern deren genaue Formulierung und welche Diagnosen oder Behandlungen dadurch gar nicht mehr abgefragt werden.
Solche Aktionen richten sich typischerweise an bestimmte Zielgruppen: junge Menschen bis etwa 35 Jahre, bestimmte akademische Berufe wie Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer oder Ingenieure, sowie Personen, die kürzlich ein bestimmtes Lebensereignis durchlaufen haben - etwa eine Heirat, den Abschluss einer privaten Krankenversicherung ohne Risikozuschläge, den Beginn einer Immobilienfinanzierung oder das Ende von Studium oder Ausbildung. Manche Versicherer bieten solche Aktionen auch für bestimmte Berufsgruppen wie Handwerksbetriebe oder Mitglieder bestimmter Berufsverbände an.
| Typischer Anlass | Beispielhafte Zielgruppe |
|---|---|
| Junges Alter | Antragsteller bis ca. 35 Jahre |
| Akademischer Beruf | Ärzte, Juristen, Ingenieure, Wirtschaftsprüfer |
| Kürzlicher PKV-Abschluss | Neu privat Krankenversicherte ohne Risikozuschlag |
| Immobilienfinanzierung | Käufer einer selbst genutzten Immobilie |
| Studien- oder Ausbildungsende | Berufseinsteiger direkt nach Abschluss |
Wichtig zu wissen: Diese Aktionen ersetzen die Gesundheitsfragen nicht vollständig, sondern verkürzen sie deutlich. Wer die wenigen verbliebenen Fragen wahrheitsgemäß mit "Ja" beantworten müsste, profitiert von der Aktion nicht und muss auf den regulären Antragsweg zurückgreifen. Die konkreten Aktionen ändern sich zudem laufend, weshalb sich ein aktueller Vergleich über einen unabhängigen Makler besonders lohnt.
Ein weiterer wichtiger Hinweis betrifft die Verwechslungsgefahr: Einige Werbeanzeigen und Vergleichsportale verwenden den Begriff "BU ohne Gesundheitsfragen" plakativ, meinen damit aber tatsächlich lediglich eine Aktion mit vereinfachten Fragen. Wer genauer hinschaut, findet in solchen Angeboten fast immer zumindest einige wenige, aber inhaltlich entscheidende Fragen - etwa zu schweren Erkrankungen wie Krebs, HIV oder psychischen Diagnosen. Ein aufmerksamer Blick in die tatsächlichen Antragsunterlagen lohnt sich daher immer, bevor man sich auf ein vermeintliches "Ohne-Fragen"-Angebot verlässt.
Ein Tarif ganz ohne Gesundheitsfragen - zahlt aber keine frei verfügbare Rente, sondern übernimmt nur Beiträge zu bereits bestehenden Verträgen.
Der Golden BU Vorsorgeschutz der LV1871 ist die derzeit einzige am deutschen Markt bekannte Lösung, die tatsächlich vollständig ohne Gesundheitsfragen und ohne Fragen zu riskanten Hobbys oder Sportarten auskommt. Der entscheidende Unterschied zu einer klassischen BU liegt jedoch im Leistungsumfang: Der Vorsorgeschutz zahlt im Berufsunfähigkeitsfall keine frei verfügbare monatliche Rente an die versicherte Person aus, sondern übernimmt stattdessen die laufenden Beiträge zu bereits bestehenden Verträgen - etwa einer privaten Krankenversicherung, einem Altersvorsorgevertrag oder einem Immobilienkredit.
Diese Konstruktion erklärt, warum der Verzicht auf Gesundheitsfragen versicherungsmathematisch überhaupt funktioniert: Da die Leistung an bereits bestehende, meist langfristige Verträge gekoppelt ist und nicht als frei nutzbares Einkommen zur Verfügung steht, ist das Missbrauchsrisiko für den Versicherer deutlich geringer als bei einer klassischen BU-Rente. Für Menschen, die bereits laufende Sparpläne, eine PKV oder einen Kredit absichern möchten, kann dieser Baustein daher eine sinnvolle Ergänzung sein - ein vollwertiger Ersatz für eine klassische BU-Absicherung ist er jedoch nicht.
Der Vorsorgeschutz gilt erst nach einer Wartezeit von drei Jahren ab Vertragsbeginn - tritt die Berufsunfähigkeit innerhalb dieser Zeit ein, entfällt die Leistung vollständig, außer sie wurde ausschließlich durch einen Unfall verursacht. Zudem ist die Auswahl an Berufsgruppen stark eingeschränkt, und die maximal versicherbare Beitragssumme ist gedeckelt, meist auf einige hundert Euro monatlich. Der Vorsorgeschutz sollte daher als Ergänzung für bestehende Verträge verstanden werden, nicht als vollwertiger Ersatz für eine klassische BU.
Arbeitgeber können über Gruppenverträge BU-Schutz mit vereinfachter oder ganz ohne Gesundheitsprüfung anbieten - meist jedoch mit deutlich begrenzter Rentenhöhe.
Manche Unternehmen bieten ihren Beschäftigten im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge oder als eigenständigen Gruppenvertrag Zugang zu einer betrieblichen BU. Der Arbeitgeber tritt dabei als Versicherungsnehmer auf, die Beschäftigten sind die versicherten Personen. Da der Versicherer das Risiko auf viele Beschäftigte gleichzeitig verteilt, kann er auf eine individuelle Gesundheitsprüfung verzichten oder diese durch eine sogenannte Dienstobliegenheitserklärung ersetzen - eine Erklärung, in der lediglich bestätigt wird, aktuell weder krankgeschrieben noch bereits berufsunfähig zu sein.
Diesem Vorteil stehen jedoch erhebliche Einschränkungen gegenüber: Die versicherbare Rentenhöhe ist bei vielen betrieblichen Lösungen auf niedrige Beträge begrenzt, häufig auf 1.000 bis 1.500 Euro monatlich - für eine bedarfsgerechte Absicherung des tatsächlichen Einkommens reicht dies in den meisten Fällen nicht aus. Hinzu kommt eine ungünstigere steuerliche Behandlung der Rente im Leistungsfall im Vergleich zur privaten BU sowie mögliche Probleme bei einem Arbeitgeberwechsel, da der Vertrag in der Regel an das Beschäftigungsverhältnis gekoppelt ist und bei einem Jobwechsel nicht automatisch fortgeführt wird.
Für Menschen, die aufgrund erheblicher Vorerkrankungen privat keine oder nur eine stark eingeschränkte BU erhalten, kann eine betriebliche Lösung dennoch die einzige realistische Option darstellen, um wenigstens eine Grundabsicherung aufzubauen. Wer Zugang zu einem solchen Angebot hat, sollte die genauen Bedingungen - insbesondere die maximale Rentenhöhe, die steuerliche Behandlung und die Portabilität bei einem Arbeitgeberwechsel - sorgfältig prüfen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.
Auch die Frage, ob eine bereits bestehende betriebliche Absicherung nach einem Arbeitgeberwechsel überhaupt in vergleichbarer Form fortgeführt werden kann, sollte vorab geklärt werden. Manche Gruppenverträge sehen ein Recht auf Fortführung als Einzelvertrag vor, sofern die versicherte Person dies innerhalb einer bestimmten Frist nach Ausscheiden aus dem Unternehmen beantragt - dieses Recht ist jedoch nicht bei jedem Anbieter automatisch gegeben und sollte explizit im Bedingungswerk nachgelesen oder beim Arbeitgeber erfragt werden.
Statt nach einer BU ohne Gesundheitsfragen zu suchen, lohnt sich meist eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern gleichzeitig.
Wer wegen bestehender Vorerkrankungen eine Ablehnung befürchtet, ist mit einer anonymen Risikovoranfrage in aller Regel besser beraten als mit der Suche nach einer BU ganz ohne Gesundheitsfragen. Dabei werden die eigenen Gesundheitsangaben über einen unabhängigen Makler ohne Namensnennung an mehrere Versicherer gleichzeitig übermittelt. So zeigt sich vorab, bei welchem Anbieter die Annahmechancen tatsächlich am besten stehen - ohne dass eine mögliche Ablehnung im eigenen Namen vermerkt wird und spätere Anträge belastet.
Dieser Weg ist deshalb oft erfolgreicher als die Suche nach vermeintlichen "BU ohne Gesundheitsfragen"-Angeboten, weil die Annahmepraxis für dieselbe Vorerkrankung zwischen den Versicherern teils erheblich variiert: Was bei einem Anbieter zur Ablehnung führt, wird bei einem anderen möglicherweise nur mit einem moderaten Risikozuschlag oder einem gezielten Ausschluss einzelner Diagnosen angenommen. Eine vollständige, bedarfsgerechte BU-Rente ist auf diesem Weg für die meisten Menschen mit Vorerkrankungen realistischer erreichbar als über die stark eingeschränkten Sonderformen ohne Gesundheitsfragen. Mehr zum genauen Ablauf und den Vorteilen dieser Vorabklärung im Ratgeber BU-Risikovoranfrage: anonym prüfen lassen.
Wichtig ist dabei, realistische Erwartungen zu behalten: Auch eine Risikovoranfrage garantiert keine Annahme, sie erhöht aber die Wahrscheinlichkeit erheblich, letztlich bei einem passenden Versicherer zu vertretbaren Konditionen unterzukommen - und das ohne das Risiko einer im eigenen Namen dokumentierten Ablehnung. Wer diesen Weg konsequent geht, kommt in den meisten Fällen zu einem deutlich besseren Ergebnis als über die stark eingeschränkten Sonderformen ohne Gesundheitsfragen.
Eine vollwertige BU ganz ohne Gesundheitsfragen existiert am Markt nicht.
Vereinfachte Gesundheitsfragen können je nach Zielgruppe deutlich helfen.
Der LV1871-Tarif ersetzt keine klassische, frei verfügbare BU-Rente.
Meist der zielführendste Weg zu einer vollständigen, bedarfsgerechten BU.
Wer diese Reihenfolge beachtet, findet auch mit gesundheitlichen Vorbelastungen in den meisten Fällen einen realistischen Weg zu einer passenden Absicherung, statt Zeit mit der Suche nach einem am Markt nicht existierenden Produkt zu verlieren.
Eine vollwertige BU-Rente ganz ohne Gesundheitsfragen bietet kein seriöser Versicherer an - Sonderformen mit eingeschränkter Leistung existieren aber.
Ein Tarif ohne Gesundheitsfragen, der aber nur Beiträge zu bestehenden Verträgen übernimmt, keine frei verfügbare Rente zahlt.
Zeitlich oder zielgruppenbezogen begrenzte Aktionen mit meist 2 bis 5 statt 15 bis 20 Gesundheitsfragen.
Eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern gleichzeitig führt meist zu besseren Ergebnissen.
Für wen möchten Sie ein Angebot?
Möchten Sie ein Angebot für sich selbst oder für eine andere Person, z. B. Kinder oder Partner?
Bitte eine Beziehung auswählen.
Bitte den Namen angeben.
{{ istAndereePerson ? ('Wie ist ' + d.fuerWenName + ' beruflich tätig?') : 'Wie sind Sie beruflich tätig?' }}
{{ istAndereePerson ? ('Angaben zu ' + d.fuerWenName) : 'Ihre Angaben zur Person' }}
Bitte Beruf, Geburtsdatum und Raucherstatus angeben.
{{ istAndereePerson ? ('Gewünschter Schutz für ' + d.fuerWenName) : 'Ihr gewünschter Schutz' }}
Bitte beide Felder ausfüllen.
Wer soll das Angebot erhalten?
Bitte eine gültige E-Mail-Adresse angeben (z. B. name@beispiel.de).
Bitte alle Felder ausfüllen.
Fast geschafft
Bitte PLZ, Ort, Straße und Telefonnummer angeben.
Bitte der Datenschutzerklärung zustimmen.
{{ fehler }}
Ihre Anfrage ist eingegangen. Wir vergleichen die passenden Tarife und melden uns in Kürze mit einem unverbindlichen Angebot bei Ihnen.