Die WGV ist ein 1921 von württembergischen Kommunen gegründeter Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. In der Berufsunfähigkeitsversicherung gilt die technische Ausgestaltung nach Einschätzung spezialisierter Makler allerdings als deutlich unterdurchschnittlich.
Die WGV (Württembergische Gemeinde-Versicherung a.G.) entstand am 13. April 1921 aus einer konkreten wirtschaftlichen Notlage: Nach dem Ersten Weltkrieg kündigten zahlreiche Versicherer den Städten und Gemeinden ihre bestehenden Haftpflichtverträge, um Neuabschlüsse nur zu deutlich höheren Beiträgen anzubieten - eine für viele Kommunen untragbare finanzielle Belastung. Auf Initiative von Dr. Gottlieb Frank, dem damaligen Geschäftsführer des Württembergischen Städtetags, unterzeichneten zehn Kommunen - darunter Aalen, Göppingen, Heilbronn, Ludwigsburg und Ulm - im Stuttgarter Rathaus die Gründungsunterlagen einer gemeinsamen Selbstversicherung.
Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit versichert die WGV bis heute vorrangig Städte, Gemeinden, Landkreise, kommunale Unternehmen, kirchlich-soziale Einrichtungen sowie Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in ihrem Geschäftsgebiet Württemberg und Hohenzollern. Über ihre Tochtergesellschaften bietet die WGV zusätzlich Privatpersonen im gesamten Bundesgebiet verschiedene Versicherungsprodukte an. Mit einer Eigenkapitalausstattung von rund 960 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von über 2,7 Milliarden Euro gilt die WGV als solides, wirtschaftlich stabiles Unternehmen.
Zur WGV-Gruppe gehören neben der Muttergesellschaft die WGV-Versicherung AG (bundesweite Versicherung für Privatpersonen), die WGV-Lebensversicherung AG (bundesweite Lebensversicherung, zuständig auch für die Berufsunfähigkeitsversicherung) sowie die WGV-Informatik und Media GmbH als interner IT-Dienstleister. Die heutige Konzernstruktur entstand zwischen 2002 und 2005 durch Restrukturierung und Übernahmen. Als Direktversicherer verzichtet die WGV bei ihren Privatkundenprodukten bewusst auf ein engmaschiges, hauptberufliches Außendienstnetz - der Vertrieb erfolgt über ein bundesweites Maklernetz und regionale Servicezentren, mit Ausnahme des Kerngebiets Württemberg und Schwaben in Bayern, wo eigene Vermittler zur Verfügung stehen.
Diese schlanke Vertriebsstruktur erklärt nach eigenen Angaben auch die im Branchenvergleich ungewöhnlich niedrigen Verwaltungskosten der WGV. Bei allgemeinen Sachversicherungen wie Kfz oder Hausrat bestätigen unabhängige Vergleichstests wie Finanztest oder Focus Money regelmäßig die Wettbewerbsfähigkeit der WGV-Tarife - eine Stärke, die sich allerdings nicht ohne Weiteres auf die Berufsunfähigkeitsversicherung übertragen lässt, wie die folgende Einordnung zeigt.
Die Gesundheitsfragen der WGV-Berufsunfähigkeitsversicherung werden von spezialisierten BU-Maklern als grundsätzlich "in Ordnung" beschrieben - hier gibt es keine gravierenden Kritikpunkte. Bei der technischen Ausgestaltung fallen jedoch einige Einschränkungen auf: Die WGV zählt neben größeren Anbietern wie LVM, Debeka und WWK zu den Versicherern, die bislang keine Arbeitsunfähigkeitsklausel in ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung führen. Auch bei der Beitragsdynamik gibt es Einschränkungen: Je nach Beruf, insbesondere bei Schülern, liegt die maximal wählbare Dynamik bei der WGV bei 3 Prozent - deutlich niedriger als die bei vielen anderen Anbietern üblichen 5 Prozent.
Diese technischen Einschränkungen betreffen konkrete, praxisrelevante Bausteine der Arbeitskraftabsicherung: Die Arbeitsunfähigkeitsklausel sorgt normalerweise dafür, dass die BU-Rente bereits bei einer länger andauernden Arbeitsunfähigkeit fließt, noch bevor eine dauerhafte Berufsunfähigkeit im engeren Sinne festgestellt wurde. Eine niedrigere maximale Beitragsdynamik bedeutet zudem, dass die Absicherungshöhe im Zeitverlauf langsamer an eine steigende Inflation oder ein wachsendes Einkommen angepasst werden kann.
Zusammenfassend kommen spezialisierte, unabhängige BU-Makler bei der Bewertung der WGV-Berufsunfähigkeitsversicherung zu einem klaren Urteil: Die technische Ausgestaltung und die Vertragsbedingungen gelten als stark marktunterdurchschnittlich, insgesamt sei die BU der WGV "nicht auf dem neuesten Stand". In der einschlägigen Fachberatung finden sich daher regelmäßig Empfehlungen, andere Anbieter mit einer moderneren, umfassenderen technischen Ausgestaltung genauer zu prüfen, bevor eine Entscheidung für die WGV fällt.
Diese kritische Einordnung betrifft ausdrücklich die Berufsunfähigkeitsversicherung und nicht die grundsätzliche Solidität oder Seriosität der WGV als Unternehmen - als VVaG mit solider Kapitalausstattung und wettbewerbsfähigen Tarifen in anderen Sparten wie Kfz oder Hausrat hat sich die WGV am Markt durchaus bewährt. Wer aber gezielt eine möglichst moderne, leistungsstarke Arbeitskraftabsicherung sucht, findet nach dieser Einschätzung bei anderen spezialisierten BU-Anbietern in der Regel die passendere Lösung.
| Zielgruppe | Eignung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Kommunen und öffentlicher Dienst in Württemberg | Gut geeignet | Historische Kernzielgruppe, andere Sparten als BU |
| Bestandskunden mit anderen WGV-Sparten | BU separat prüfen | Gute Tarife bei Kfz/Hausrat, aber BU unterdurchschnittlich |
| Interessenten mit Wunsch nach AU-Klausel | Andere Anbieter erforderlich | WGV bietet keine Arbeitsunfähigkeitsklausel |
| Interessenten an moderner, leistungsstarker BU | Andere Anbieter empfehlenswert | Technische Ausgestaltung laut Experten unterdurchschnittlich |
Nein. Die WGV zählt neben Anbietern wie LVM, Debeka und WWK zu den größeren Versicherern, die bislang keine Arbeitsunfähigkeitsklausel in ihrer BU anbieten.
Die Gesundheitsfragen werden als grundsätzlich in Ordnung eingeschätzt, die technische Ausgestaltung dagegen als stark marktunterdurchschnittlich. Insgesamt gilt die BU der WGV als nicht mehr auf dem neuesten Stand.
Die WGV wurde am 13. April 1921 in Stuttgart als gemeinsame Selbstversicherung zehn württembergischer Kommunen gegründet.
Je nach Beruf, insbesondere bei Schülern, liegt die maximale Beitragsdynamik bei 3 Prozent - niedriger als die bei vielen anderen Anbietern üblichen 5 Prozent.
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