Die Nürnberger zählt mit ihrem Tarif BU4Future zum drittgrößten BU-Bestand Deutschlands und hat sich seit dem großen Update 2021 vom eher behäbigen Traditionsversicherer zu einem technisch konkurrenzfähigen Anbieter entwickelt - bei den Gesundheitsfragen bleibt aber noch Verbesserungspotenzial.
Vier Angaben, ein unverbindlicher Richtwert - kalibriert an einer echten Musterrechnung.
Dieser Nürnberger BU Rechner liefert einen unverbindlichen Richtwert, kalibriert an einer echten Musterrechnung (Stand 04/2025). Der Nettobeitrag berücksichtigt bereits die nicht garantierten Überschüsse - der Bruttobeitrag (ohne Überschussverrechnung) liegt üblicherweise 40-50% höher.
Der tatsächliche Beitrag hängt zusätzlich von der genauen Berufsbezeichnung, dem Bürotätigkeitsanteil und der Gesundheitsprüfung ab. Für ein verbindliches Angebot senden Sie uns gerne eine unverbindliche Anfrage.
Die Nürnberger wurde 1884 als "Nürnberger Lebensversicherungsbank" gegründet und brachte bereits ein Jahr später die erste Unfallversicherung Bayerns auf den Markt. Als Vollsortimenter deckt sie heute Leben (inkl. BU), Kranken-, Sach- und KFZ-Versicherung ab und vertreibt über alle Kanäle - eigene Ausschließlichkeit, Strukturvertriebe und unabhängige Makler. In der Berufsunfähigkeitsversicherung zählt die Nürnberger mit über einer Million Verträgen zu den drei größten Anbietern Deutschlands (nach der Allianz und dem Generali-Konzern). Mit dem großen Update zur BU4Future im Juli 2021 - und weiteren Nachbesserungen bis 2026 - hat sich das Unternehmen von einem eher behäbig wahrgenommenen Traditionsversicherer zu einem technisch konkurrenzfähigen Anbieter mit jungem, agilem Produktteam entwickelt.
Trotz der Updates 2021 und 2026 bleibt die zentrale Kritik an der Nürnberger bestehen: Die Hauptfrage ist nach wie vor offen formuliert ("Bestehen oder bestanden in den letzten 5 Jahren Krankheiten, Beschwerden oder Funktionsstörungen") statt sich auf tatsächliche ärztliche Untersuchungen und Behandlungen zu beschränken. Die separate Frage nach Beschwerden ohne Arztbesuch wurde immerhin auf 12 Monate verkürzt (vorher fünf Jahre).
| Kategorie | Zeitraum | Einordnung |
|---|---|---|
| Hauptfrage Krankheiten/Beschwerden | 5 Jahre, offen formuliert | Verbesserungswürdig |
| Beschwerden ohne Arztbesuch | 12 Monate | Deutlich verbessert (vorher 5 Jahre) |
| Stationäre Behandlungen/OPs | 5 Jahre | Marktvorreiter bei Einführung |
| Psychische Erkrankungen | 5 Jahre | Marktüblich |
| Drogenkonsum (reine Einnahme) | 3 Jahre, seit 2026 auch ohne Behandlung | Kürzer als Marktstandard (5 Jahre), aber weiter gefasst |
Positiv hervorzuheben: Die Nürnberger listet transparent auf, welche Diagnosen nicht angegeben werden müssen (u.a. folgenlos ausgeheilte Magen-Darm- und Erkältungskrankheiten, zahnärztliche Behandlungen, komplikationslose Blinddarm-/Mandel-Operationen, Impfungen, vorbeugende Gentests). Eine Frage nach zuvor abgelehnten oder erschwert angenommenen Anträgen bei anderen Versicherern bleibt allerdings bestehen. Seit 01/2025 gilt die Grenze für ärztliche Untersuchungen einheitlich bei 3.000 Euro Rente für alle Altersgruppen (zuvor lange bei 2.500 Euro). Oberhalb dieser Grenze werden die Gesundheitsfragen zeitlich unbegrenzt und um Fragen zu Erkrankungen von Verwandten erweitert - ein guter Grund, höhere Absicherungen auf zwei Verträge aufzuteilen.
Zur Einordnung dieser Entwicklung: Bis 2021 galt bei der Nürnberger noch über praktisch alle Kategorien hinweg ein einheitlicher, offen formulierter Fünf-Jahres-Zeitraum - ein Zustand, der lange als klarer Rückstand zur Konkurrenz galt. Die seitdem erfolgten Verbesserungen (verkürzte Beschwerdefrage, frühe Einführung des Fünf-Jahres-Zeitraums bei stationären Behandlungen, transparente Liste nicht anzugebender Diagnosen) zeigen eine Gesellschaft, die sich schrittweise dem Marktstandard angenähert hat, ohne diesen bei der zentralen Hauptfrage bislang vollständig zu erreichen. Wer bei der Nürnberger eine anonyme Risikovoranfrage stellt, sollte insbesondere bei psychischen Vorerkrankungen und degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparats eine sorgfältige, mit ärztlichen Stellungnahmen unterlegte Aufbereitung der Gesundheitshistorie einplanen - pauschale Ja/Nein-Antworten ohne Kontext führen bei einer offen formulierten Hauptfrage erfahrungsgemäß häufiger zu Rückfragen als bei geschlossenen Fragestellungen.
Bei der Nachversicherung verzichtet die Nürnberger auf eine erneute Risikoprüfung (nicht nur Gesundheitsprüfung) - weder neue Hobbys noch die aktuelle berufliche Tätigkeit spielen bei einer Erhöhung eine Rolle. Die reguläre Nachversicherungsgrenze liegt bei 4.000 Euro monatlicher Rente, nutzbar bis zum 50. Lebensjahr (bei vielen Wettbewerbern nur bis 45). Bei der Karrieregarantie geht die Nürnberger besonders weit: Die Erhöhung auf bis zu 7.500 Euro gilt für alle Berufe, nicht nur für Kammerberufe wie bei vielen anderen Anbietern - ein im Marktvergleich hoher, breit zugänglicher Wert. Die Beitragsdynamik selbst liegt bei üblichen 5 Prozent mit unbegrenzter Widerspruchsmöglichkeit und endet bei 10.000 Euro Rente.
Diese Werte haben sich über die letzten Jahre schrittweise verbessert: Vor dem Update im Sommer 2026 lag die Karrieregarantie noch bei 6.000 Euro, die reguläre Nachversicherung bei 3.000 Euro. Mit dem jüngsten Update wurden beide Grenzen auf 4.000 beziehungsweise 7.500 Euro angehoben - ein Muster, das sich bei der Nürnberger in den letzten Jahren wiederholt zeigt: Statt einmalig eine für lange Zeit gültige Obergrenze festzulegen, passt der Versicherer seine Erhöhungsmöglichkeiten in regelmäßigen Abständen an die allgemeine Einkommens- und Marktentwicklung an.
Für die Praxis wichtig: Die Karrieregarantie lässt sich erst ziehen, wenn die reguläre Nachversicherung von 4.000 Euro bereits ausgeschöpft ist - sie ist also kein eigenständiger, parallel nutzbarer Erhöhungsweg, sondern eine Fortsetzung, sobald der normale Rahmen an seine Grenze stößt. Ausgelöst wird sie durch eine Einkommenssteigerung, deren genaue Schwelle je nach Berufsgruppe variiert; bei akademischen und kaufmännischen Berufen mit typischerweise dynamischer Gehaltsentwicklung greift sie in der Praxis häufiger als bei Berufen mit eher linearer Einkommenskurve.
Eine Besonderheit der Nürnberger ist die Bonusrente: Statt sich die nicht garantierten Überschüsse als Beitragsnachlass gutschreiben zu lassen (Nettobeitrag), zahlt man den vollen Bruttobeitrag und erhält dafür im Leistungsfall eine deutlich höhere BU-Rente. In einer Beispielrechnung für einen 30-jährigen Softwareingenieur mit angestrebten 2.500 Euro Rente führte die Bonusrente bei Zahlung des Bruttobeitrags zu einer tatsächlichen Absicherung von rund 3.900 Euro monatlich - ohne dass dafür eine zusätzliche Prüfung der finanziellen Angemessenheit nötig wäre. Ein Wechsel zurück zur normalen Überschussvariante ist möglich, sofern man höchstens 50 Jahre alt ist, keinen Leistungsantrag gestellt hat und in den letzten 12 Monaten nicht länger als zwei Wochen durchgehend krankgeschrieben war.
Für die Beratungspraxis ergibt sich daraus eine interessante Abwägung: Wer sich für die Bonusrente entscheidet, verzichtet auf die Sicherheit eines von vornherein reduzierten Nettobeitrags und trägt stattdessen das Risiko, dass sinkende Überschüsse künftig auch die tatsächlich erzielte Bonusrente schmälern. Da die Überschussbeteiligung nicht garantiert ist, lässt sich die im Beispiel genannte Steigerung von 2.500 auf 3.900 Euro nicht als feste Zusage verstehen, sondern als Momentaufnahme auf Basis der aktuellen Überschusssituation. Trotzdem bietet der Baustein für risikobereite Antragsteller eine Möglichkeit, ohne zusätzliche Prüfung der finanziellen Angemessenheit eine höhere Absicherung zu erzielen, als es der reine Zielbeitrag zunächst vermuten lässt.
Erst seit 07/2022 bietet die Nürnberger eine echte Schüler-BU an (vorher nur eine Ersatzlösung namens "Schulunfähigkeitsversicherung"). Seither ist die Lösung gut ausgestattet: Karrieregarantie bis 6.000 Euro, keine Nachmeldepflicht bei einer Berufsausübung neben der Schule, und die einmal gesicherte Schulform-Einstufung bleibt erhalten. Ein Schwachpunkt bleibt: Die Beitragsdynamik endet für Schüler bereits bei 1.500 Euro Rente und muss beim Berufseinstieg aktiv gemeldet werden, um den Deckel aufzuheben - wird das vergessen, bleibt die Absicherung zurück.
Die Bandbreite zwischen den beiden Extremen - Schulunfähigkeitsversicherung als reine Notlösung bis 2022, echte Schüler-BU mit Karrieregarantie danach - zeigt, wie stark sich das Angebot der Nürnberger für junge Zielgruppen innerhalb weniger Jahre gewandelt hat. Eltern, die für ihre Kinder frühzeitig eine Absicherung suchen, finden bei der Nürnberger inzwischen ein wettbewerbsfähiges Produkt, sollten aber die aktive Meldepflicht beim Berufseinstieg als festen Termin im eigenen Nachverfolgungskalender einplanen, um die volle Beitragsdynamik nicht ungewollt zu verlieren.
Für noch jüngere Kinder bietet die Nürnberger mit "Vermögensaufbau4Kids" eine Möglichkeit, sich bereits ab der Geburt eine spätere BU-Option zu sichern. Trägerprodukt ist eine fondsgebundene Rentenversicherung mit einem Mindestbeitrag von 25 Euro monatlich, bei der eine Vielzahl an Aktienfonds und ETFs auswählbar ist. Der eigentliche Mehrwert liegt in der eingebauten Option: Bereits ab dem 10. Lebensjahr kann in eine eigenständige Schüler-BU umgewandelt werden, wobei sämtliche Nachversicherungs- und Karrieregarantie-Bausteine erhalten bleiben. Das Vorgängerprodukt (bekannt als "Biene Maja Police") erlaubte eine solche Umwandlung erst zum Berufs- oder Studieneinstieg und war damit deutlich unflexibler.
Für Beamte bietet die Nürnberger eine separate Dienstunfähigkeitsversicherung (Tarif SDU) an - anders als bei Condor, Dialog oder der Bayerischen ist die DU-Klausel nicht automatisch im normalen BU-Vertrag enthalten. Seit dem Update Sommer 2026 handelt es sich aber um eine echte, saubere DU-Klausel. Ein Wechsel von der BU zur SDU ist innerhalb von 12 Monaten nach der Verbeamtung ohne neue Risikoprüfung möglich. Diese Ausrichtung auf Beamte ist bei der Nürnberger kein neuer Trend, sondern seit über einem Jahrhundert Tradition und lebt bis heute in der eigenständigen Konzerngesellschaft Nürnberger Beamten Lebensversicherung AG fort.
Für Selbstständige verzichtet die Nürnberger auf die Umorganisationsprüfung bei mindestens 90 Prozent kaufmännischer, beratender, planerischer oder organisatorischer Tätigkeit, bei weniger als 10 Mitarbeitern oder für bestimmte freie Berufe (Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Apotheker). Eine Wiedereingliederungshilfe von bis zu 6 Monatsrenten (maximal 15.000 Euro) unterstützt zusätzlich bei einer nötigen betrieblichen Umorganisation.
Bemerkenswert bei Selbstständigen ist außerdem, dass die Nürnberger für sie im Grundsatz dieselben Vertragsbedingungen anwendet wie für Angestellte - ein Berufswechsel etwa von einer Festanstellung in die Selbstständigkeit muss also ebenfalls nicht separat nachgemeldet werden und führt für sich genommen zu keiner Beitragserhöhung. Für Kammerberufler wie Ärzte, Zahnärzte oder Steuerberater, die häufig irgendwann den Schritt in die eigene Praxis oder Kanzlei wagen, ist dieser Punkt in Kombination mit dem branchentypisch niedrigen Umorganisationsrisiko dieser Berufsgruppen ein praxisrelevanter Vorteil.
Die Nürnberger verzichtet marktüblich auf die abstrakte Verweisung - eine Verweisung auf einen völlig anderen, theoretisch möglichen Beruf ist damit ausgeschlossen. Bei bestimmten Kammerberufen - Ärzten, Zahnärzten, Tierärzten, Apothekern, Rechtsanwälten, Notaren, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern - geht die Nürnberger noch einen Schritt weiter und beschränkt sich bei der Prüfung einer möglichen Verweisung explizit auf den engeren Berufskreis dieser Tätigkeiten. Der Prognosezeitraum liegt bei den marktüblichen 6 Monaten. Der Versicherungsschutz gilt weltweit und zeitlich unbegrenzt - unabhängig davon, wo sich die versicherte Person zum Zeitpunkt des Leistungsfalls aufhält.
Bei der beruflichen Besserstellung zeigt sich die Nürnberger mit der bereits erwähnten Günstigerprüfung bei Berufswechsel grundsätzlich aufgeschlossen, wenngleich die Formulierung "wir führen unter Umständen eine Risikoprüfung durch" Interpretationsspielraum lässt und keine automatische, garantierte Besserstellung zusichert. Wer bei der Nürnberger eine deutliche berufliche Verbesserung erfährt - etwa den Wechsel von einer Werkstatttätigkeit in eine reine Bürotätigkeit - sollte diesen Wechsel daher aktiv melden und auf eine Neubewertung hinwirken, statt automatisch von einer stillschweigenden Anpassung des Beitrags auszugehen.
| Gesellschaft | DU-Klausel automatisch dabei? |
|---|---|
| Allianz | Nein |
| AXA | Nein |
| Condor | Ja |
| Dialog | Ja |
| Bayerische | Ja |
| HanseMerkur | Nein |
| Nürnberger | Ja |
| Signal Iduna | Ja |
| Universa | Nein |
Anders als der Blick auf den separaten Tarif SDU vermuten lässt, gehört die Nürnberger bei dieser speziellen Frage also zu den Anbietern, bei denen die DU-Klausel im Grundsatz mit zum Angebot zählt - der Unterschied zu Condor, Dialog oder der Bayerischen liegt lediglich darin, dass sie bei der Nürnberger in einem separaten Tarif statt direkt im normalen BU-Vertrag verankert ist. Für die praktische Beratung bedeutet das: Wer bei der Nürnberger auf eine DU-Absicherung Wert legt, muss aktiv den SDU-Tarif wählen oder rechtzeitig nach der Verbeamtung wechseln, statt sich auf eine automatische Einbindung im Standardvertrag zu verlassen.
Eine echte Musterrechnung (Stand 04/2025) zeigt, wie stark der Beitrag von der Berufsgruppe abhängt - hier am Beispiel eines 30-jährigen Angestellten mit 2.000 Euro Rente bis 67 Jahre:
| Beruf | Bürotätigkeitsanteil | Nettobeitrag/Monat |
|---|---|---|
| Ingenieur (Bachelor) | 80% | 70,46 € |
| Bürokaufmann/-frau | 100% | 89,49 € |
| Bankkaufmann/-frau (Abitur) | 100% | 112,62 € |
| Industriemechaniker | 30% | 130,51 € |
| Krankenschwester/-pfleger | 20% | 182,59 € |
| Schreiner / Friseur | 0-10% | 229,97 € |
Der Unterschied zwischen dem günstigsten und teuersten Beruf in dieser Musterrechnung beträgt mehr als das Dreifache - ein deutlicher Beleg dafür, wie stark sich der Bürotätigkeitsanteil und das Risikoprofil des Berufs auf den BU-Beitrag auswirken.
Auffällig ist dabei, dass der Ingenieur mit Bachelorabschluss trotz eines Bürotätigkeitsanteils von nur 80 Prozent günstiger eingestuft wird als die Bürokauffrau mit 100 Prozent Bürotätigkeit - ein Hinweis darauf, dass neben dem reinen Zeitanteil im Büro auch die grundsätzliche Risikoeinstufung des Berufsbildes selbst eine Rolle spielt. Akademische Berufe mit Bachelor- oder Masterabschluss werden von der Nürnberger grundsätzlich als besonders risikoarme Gruppe behandelt, auch wenn der tatsächliche Bürotätigkeitsanteil im Einzelfall niedriger liegt als bei einer kaufmännischen Ausbildung ohne akademischen Hintergrund. Diese Musterrechnung verdeutlicht damit ein Prinzip, das für die gesamte BU-Branche gilt, bei der Nürnberger aber besonders klar sichtbar wird: Wer sich frühzeitig und vor einer möglichen gesundheitlichen Verschlechterung absichert, profitiert von den in jungen Jahren günstigeren Beiträgen - unabhängig davon, welchen Berufsweg man später tatsächlich einschlägt.
| Bereich | Bewertung | Detail |
|---|---|---|
| Nachversicherung/Karrieregarantie | Stark | Bis 7.500 € für alle Berufe, Verzicht auf Risikoprüfung |
| AU-Klausel | Gute Form | Kein gleichzeitiger BU-Antrag nötig |
| Beitragsdynamik | Marktüblich gut | 5%, unbegrenzt widersprechbar |
| Gesundheitsfragen | Verbesserungswürdig | Hauptfrage weiterhin offen formuliert |
| Vorsatz im Straßenverkehr | Nicht mitversichert | Anders als z.B. Alte Leipziger oder LV 1871 |
| DU-Klausel für Beamte | Separater Vertrag | Nicht automatisch wie bei Condor oder Bayerischer |
In der Gesamtschau zeigt sich bei der Nürnberger ein Muster, das für den Versicherer insgesamt typisch ist: Bei den Erhöhungsmöglichkeiten und der technischen Ausgestaltung zählt die Gesellschaft inzwischen zur Spitzengruppe, während bei den Gesundheitsfragen - dem Bereich, der über Jahre die stärkste Kritik auf sich zog - trotz mehrfacher Nachbesserung weiterhin Verbesserungspotenzial besteht. Für Antragsteller ohne relevante Vorerkrankungen überwiegen die Stärken deutlich; wer dagegen eine komplexere Gesundheitshistorie mitbringt, sollte die offene Hauptfrage bei der Antragsvorbereitung besonders sorgfältig berücksichtigen.
Die Nürnberger zählt mit über einer Million BU-Verträgen zu den drei größten Anbietern am deutschen Markt und hat diese Größe in den letzten Jahren zunehmend auch in unabhängigen Testnoten widergespiegelt bekommen. Nach dem großen Update zur BU4Future 2021 verbesserten sich die Bewertungen mehrerer Ratingagenturen spürbar, was zur wachsenden Wahrnehmung der Nürnberger als technisch konkurrenzfähigem Anbieter beitrug. Für eine belastbare Einzelfallentscheidung bleibt aber auch bei der Nürnberger wichtig, nicht allein auf zusammenfassende Testnoten zu vertrauen, sondern die individuell relevanten Vertragsbedingungen - insbesondere die Gesundheitsfragen bei bestehenden Vorerkrankungen - genau zu prüfen.
Konkret erhielt die BU4Future von Franke & Bornberg wiederholt die Bestnote FFF+, von Morgen & Morgen die Höchstbewertung mit 5 Sternen - beide Institute heben dabei insbesondere die faire Formulierung der inzwischen verbesserten Antragsfragen sowie die umfangreichen Nachversicherungsoptionen positiv hervor. Ergänzt wird dieses Bild durch eine gute Bewertung der Leistungspraxis: Sowohl bei der Professionalität der Leistungsfallprüfung als auch beim Service im Leistungsfall erhielt die Nürnberger von unabhängigen Analysehäusern wiederholt Bestnoten - ein Hinweis darauf, dass sich die Verbesserungen der letzten Jahre nicht nur auf dem Papier der Vertragsbedingungen, sondern auch in der tatsächlichen Bearbeitungsqualität im Leistungsfall widerspiegeln.
Zum Unternehmen: Die Nürnberger wurde 1884 in Nürnberg gegründet und zählt heute mit über einer Million BU-Verträgen zu den größten Anbietern am deutschen Markt. Die besondere Aufmerksamkeit für Beamte reicht bis auf ein erstes Angebot aus dem Jahr 1908 zurück und lebt bis heute in der eigenständigen Nürnberger Beamten Lebensversicherung AG fort.
Die Nürnberger hat nach der Allianz und dem Generali-Konzern (mit allen Konzerntöchtern) den drittgrößten Berufsunfähigkeitsversicherungs-Bestand in Deutschland und zählt damit zu den etablierten Großanbietern am Markt.
Trotz zwei größerer Updates (2021 und 2026) bleibt die Hauptfrage offen formuliert ("Bestehen oder bestanden Krankheiten, Beschwerden oder Funktionsstörungen"), statt nur nach tatsächlichen Arztbesuchen zu fragen. Positiv sind dagegen die verkürzten Abfragezeiträume bei stationären Behandlungen (5 Jahre) und eine transparente Liste von Diagnosen, die nicht angegeben werden müssen.
Die Karrieregarantie der Nürnberger ermöglicht eine Erhöhung auf bis zu 7.500 Euro monatliche Rente - und das für alle Berufe, nicht nur für Kammerberufe. Das ist im Marktvergleich ein hoher, breit zugänglicher Wert.
Bei der Bonusrente zahlt man den vollen Bruttobeitrag statt des reduzierten Nettobeitrags und erhält dafür im Leistungsfall eine deutlich höhere BU-Rente, da die Überschüsse nicht als Beitragsnachlass, sondern als Rentenerhöhung verwendet werden. Ein Wechsel zurück zur normalen Überschussvariante ist unter bestimmten Bedingungen möglich.
Die Nürnberger eignet sich gut für Akademiker, Kammerberufe und Berufseinsteiger mit Karriereperspektive dank der breiten Karrieregarantie. Wegen der weiterhin offenen Gesundheitsfragen empfiehlt sich eine sorgfältige Aufbereitung der Gesundheitshistorie vor Antragstellung.
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