Die Heidelberger Leben ist die frühere Lebensversicherung von MLP und gehört heute dem Finanzinvestor Cinven. Ihre Kostenquoten liegen im Bilanzvergleich deutlich über denen etablierter Großversicherer.
Die Heidelberger Lebensversicherung AG wurde 1991 als MLP Lebensversicherung AG gegründet - als hauseigener Lebensversicherer des bekannten Finanzvertriebs MLP. 2005 trennte sich die MLP AG von diesem Geschäftsbereich; das Unternehmen wurde von der Halifax Bank of Scotland (HBOS) übernommen und 2006 in "Heidelberger Lebensversicherung AG" umbenannt. 2009 fusionierte die HBOS mit der Lloyds TSB zur Lloyds Banking Group PLC, wodurch die Heidelberger Leben für einige Jahre Teil dieses britischen Bankkonzerns war.
Im August 2013 wechselte die Heidelberger Leben erneut den Besitzer: Der Finanzinvestor Cinven erwarb das Unternehmen gemeinsam mit dem Rückversicherer Hannover Rück für rund 300 Millionen Euro von der Lloyds Banking Group. Diese Eigentümerstruktur - ein spezialisierter Finanzinvestor gemeinsam mit einem Rückversicherer - ist typisch für sogenannte Bestandsübernahmen älterer Lebensversicherungsbestände, bei denen es primär um die effiziente Verwaltung bestehender Verträge geht, weniger um aktives Neugeschäft im klassischen Sinne.
Die Heidelberger Leben gilt in bestimmten Fachkreisen als Anbieter für fondsgebundene Altersvorsorge, die häufig in Kombination mit einer Risikolebens- und einer Berufsunfähigkeitsversicherung angeboten wird. Zum Produktangebot zählen unter anderem die Basisrente (Rürup-Rente), die insbesondere für Selbstständige und Freiberufler als steuerlich geförderte Altersvorsorge relevant ist, sowie eine flexible Privatrente.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung der Heidelberger Leben wird dabei typischerweise nicht als eigenständiger Vertrag, sondern als Zusatzbaustein zu einer Altersvorsorgelösung angeboten - eine Kombination, die grundsätzlich in der Branche verbreitet ist, aber besondere Aufmerksamkeit bei der Kostenstruktur erfordert, wie die folgenden Abschnitte zeigen.
Eine Analyse öffentlich zugänglicher Bilanzkennzahlen zeigt bei der Heidelberger Leben deutlich erhöhte Kostenquoten im Vergleich zu etablierten Großversicherern wie der Allianz:
| Kennzahl | Allianz | Heidelberger Leben |
|---|---|---|
| Verwaltungskostenquote | 1,11 % | 9,17 % (rund 8-fach höher) |
| Abschlusskostenquote | 4,16 % | 7,72 % (fast doppelt so hoch) |
| Verwaltungskosten pro Vertrag | 15 € | 144 € (rund 10-fach höher) |
Diese Kennzahlen deuten auf eine im Branchenvergleich ungünstige Kostenstruktur hin, die sich unmittelbar auf die Rendite von kombinierten Altersvorsorge-Verträgen auswirken kann. Besonders bei Verträgen mit niedrigeren monatlichen Beiträgen wirken sich feste Verwaltungskosten pro Vertrag prozentual stärker aus, da diese unabhängig von der Beitragshöhe anfallen.
Für reine Berufsunfähigkeitsversicherungen als eigenständiger Vertrag spielen die genannten Kostenquoten eine geringere Rolle als bei Verträgen mit Kapitalaufbau, da eine selbstständige BU keine Renditekomponente enthält. Bei kombinierten Verträgen aus Altersvorsorge und BU, wie sie bei der Heidelberger Leben verbreitet sind, wirken sich hohe Verwaltungs- und Abschlusskosten aber unmittelbar auf den Vermögensaufbau-Anteil aus und schmälern die spätere Ablaufleistung.
Unabhängige Finanzberater weisen zudem darauf hin, dass bei Verträgen der Heidelberger Leben teilweise keinerlei Service oder Berechnungsmöglichkeiten für eine nachträgliche Beratung bestehen - ein praktisches Problem für Bestandskunden, die eine unabhängige Zweitmeinung zu ihrem bestehenden Vertrag einholen möchten. Wer einen kombinierten Vertrag besitzt und eine Kündigung in Erwägung zieht, sollte bedenken, dass damit unter Umständen auch der bestehende BU-Schutz endet - ein Neuabschluss bei einem anderen Anbieter würde in der Regel eine erneute Gesundheitsprüfung voraussetzen.
| Situation | Einordnung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Bestandskunden mit kombiniertem BU-Vertrag | Individuelle Prüfung sinnvoll | Kündigung kann BU-Schutz gefährden, Alternativen genau abwägen |
| Neuinteressenten für eine reine BU | Andere Anbieter empfehlenswert | Zahlreiche Anbieter mit günstigerer Kostenstruktur verfügbar |
| Interessenten an fondsgebundener Altersvorsorge | Kostenstruktur kritisch prüfen | Deutlich erhöhte Verwaltungs-/Abschlusskosten im Marktvergleich |
Die Gesellschaft wurde 1991 als MLP Lebensversicherung AG gegründet. 2005 trennte sich MLP von diesem Geschäftsbereich, der von der Halifax Bank of Scotland übernommen wurde. 2006 erfolgte die Umbenennung.
Seit August 2013 gehört sie dem Finanzinvestor Cinven, gemeinsam mit dem Rückversicherer Hannover Rück, die das Unternehmen für 300 Millionen Euro von der Lloyds Banking Group übernahmen.
Die Verwaltungskostenquote liegt bei rund 9,17 Prozent gegenüber 1,11 Prozent bei der Allianz - mehr als das Achtfache. Auch weitere Kostenquoten fallen deutlich höher aus.
Das sollte gut überlegt werden. Bei kombinierten Verträgen kann eine Kündigung auch den BU-Schutz beenden, und ein Neuabschluss erfordert in der Regel eine neue Gesundheitsprüfung.
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