Die DEVK ist ein mitgliederorientierter Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit Wurzeln im Eisenbahnwesen seit 1886. Mit dem Haupttarif NBUJ und dem Einsteigertarif JobStarter-BU bietet sie eine solide, wenn auch im Marktvergleich nicht an der Spitze liegende Berufsunfähigkeitsversicherung.
Die Wurzeln der DEVK reichen bis 1886 zurück, als Eisenbahner die "Sterbekasse der Beamten und Arbeiter im Bezirke der königlichen Eisenbahndirektion zu Breslau" gründeten - eine genossenschaftliche Selbsthilfeeinrichtung, wie sie im 19. Jahrhundert für viele Berufsgruppen typisch war. Aus diesen Wurzeln entwickelte sich die heutige DEVK-Versicherungsgruppe mit Hauptsitz in Köln, Riehler Straße 190. Die Gruppe besteht aus mehreren Einzelgesellschaften, die aus zwei Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit (VVaG) hervorgegangen sind und eng zusammenarbeiten - eine Rechtsform, bei der die Versicherten selbst Mitglieder und Träger des Unternehmens sind, statt externen Aktionären Rendite erwirtschaften zu müssen.
Heute betreut die DEVK nach eigenen Angaben mehrere Millionen Kunden mit Millionen von Verträgen über sämtliche Versicherungssparten hinweg und zählt insbesondere im Bereich der Hausratversicherung zu den größeren deutschen Anbietern. Zu den Kooperationspartnern zählen unter anderem die Sparda-Banken und der Volkswohl Bund, mit dem die DEVK in bestimmten Vertriebskanälen zusammenarbeitet. Das Produktportfolio reicht von der Kfz- und Hausratversicherung über die Krankenversicherung bis zur biometrischen Absicherung mit Berufsunfähigkeits-, Risikolebens- und Unfallversicherungen.
Der Haupttarif der DEVK-Berufsunfähigkeitsversicherung trägt die Bezeichnung NBUJ und richtet sich an alle Berufsgruppen mit flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten. Die maximale BU-Rente liegt bei diesem wie auch den meisten anderen DEVK-Tarifen bei 5.000 Euro monatlich. Für Auszubildende und Berufseinsteiger zwischen 15 und 30 Jahren gibt es zusätzlich den Einsteigertarif JobStarter-BU mit einem besonders günstigen Startbeitrag: Dieser ist für die ersten fünf Vertragsjahre garantiert, bevor über weitere fünf Jahre eine moderate Beitragssteigerung erfolgt. In diesem Einsteigertarif ist allerdings keine Beitragsdynamik wählbar - anders als beim regulären NBUJ-Tarif.
Ergänzend bietet die DEVK eine Kombi-BU, die den Berufsunfähigkeitsschutz mit einer Risikolebensversicherung verbindet, eine BU-Vorsorge, die den BU-Schutz mit einer privaten Rentenversicherung kombiniert, sowie eine spezielle Existenz-BU für Selbstständige und Unternehmer mit auf die unternehmerische Tätigkeit zugeschnittenen Leistungen. Für Kinder, Schüler und Studierende gibt es zudem bereits ab dem 10. Lebensjahr eine eigenständige Grundfähigkeitsversicherung, die sich beim späteren Berufseinstieg ohne erneute Gesundheitsprüfung in die JobStarter-BU oder die reguläre Berufsunfähigkeitsversicherung umwandeln lässt - eine praktische Option für alle, die früh und günstig eine erste Absicherung aufbauen möchten, ohne bereits eine vollständige BU abzuschließen.
Die DEVK verzichtet marktüblich auf die abstrakte Verweisung - im Leistungsfall wird also nicht geprüft, ob eine andere, dem bisherigen Beruf ähnliche Tätigkeit theoretisch ausgeübt werden könnte. Geleistet wird zudem, wenn die versicherte Person durch Krankheit oder Unfall pflegebedürftig wird. Die Rente wird gezahlt, sobald die versicherte Person voraussichtlich für mindestens sechs Monate ununterbrochen zu wenigstens 50 Prozent nicht mehr in der Lage ist, den zuletzt ausgeübten Beruf auszuüben.
Optional lässt sich zusätzlich eine Arbeitsunfähigkeitsklausel einschließen: Bei einer attestierten, ununterbrochenen Arbeitsunfähigkeit von mindestens sechs Monaten zahlt die DEVK die vertraglichen Leistungen für die weitere Dauer der Arbeitsunfähigkeit, längstens jedoch für 18 Monate - damit liegt die DEVK im unteren bis mittleren Marktbereich, während führende Anbieter inzwischen 36 Monate anbieten. Zusätzlich lässt sich beim Hauptarif eine Leistungsdynamik vereinbaren, die eine automatische Steigerung der Rente im Leistungsfall sicherstellt und damit hilft, den Lebensstandard trotz Inflation über die gesamte Rentenbezugsdauer zu erhalten.
Die maximale Nachversicherungshöhe ist bei der DEVK auf 2.500 Euro monatliche Rente begrenzt - ein im Marktvergleich mit Anbietern, die 4.000 Euro oder mehr ermöglichen, eher niedriger Wert. Für Versicherte mit absehbarem, starkem Einkommenswachstum kann diese Deckelung mittelfristig zu einer Unterversorgung führen, wenn der tatsächliche Absicherungsbedarf schneller wächst, als es die reguläre Nachversicherung ausgleichen kann. Wer bei der DEVK abschließt, sollte diesen Punkt daher von Beginn an in die eigene Bedarfsplanung einbeziehen und gegebenenfalls direkt eine höhere Anfangsrente wählen, statt sich vollständig auf spätere Nachversicherungsmöglichkeiten zu verlassen.
Positiv hervorzuheben ist dagegen die bereits erwähnte Leistungsdynamik, die im regulären NBUJ-Tarif wählbar ist und eine automatische Rentensteigerung im Leistungsfall sicherstellt - ein Baustein, der bei vielen preisgünstigeren Einsteigertarifen anderer Anbieter fehlt oder nur gegen spürbaren Aufpreis erhältlich ist.
Ein praxisnaher Baustein der DEVK betrifft den Umgang mit vorübergehenden finanziellen Notlagen: Bei Arbeitslosigkeit, Elternzeit oder Kurzarbeit lassen sich die Beiträge stunden - und zwar auf zwei unterschiedliche Arten. Bei einer Stundung von maximal sechs Monaten müssen die gestundeten Beiträge nicht zurückgezahlt werden, dafür verringert sich aber die vertragliche Leistung entsprechend. Bei einer Stundung von maximal zwölf Monaten bleibt die volle Leistung erhalten, dafür müssen die gestundeten Beiträge nach Ablauf der Frist inklusive Zinsen zurückgezahlt werden.
Diese zweigleisige Lösung gibt Versicherten in einer finanziellen Ausnahmesituation eine echte Wahlmöglichkeit: Wer eine dauerhafte Absicherung auf vollem Niveau wichtiger findet als die kurzfristige Beitragsersparnis, kann sich für die zwölfmonatige, rückzahlungspflichtige Variante entscheiden. Wer dagegen keine Nachzahlung riskieren möchte, wählt die kürzere, dafür aber im Leistungsniveau reduzierte Stundungsoption. Nicht jeder BU-Anbieter bietet eine derart flexible, klar geregelte Lösung für genau diese Lebenssituationen an.
Nach verfügbaren Beispielrechnungen zahlt ein 25-jähriger Bürokaufmann für eine monatliche BU-Rente von 1.000 Euro bis zum 67. Lebensjahr einen Nettobeitrag im Bereich von rund 30 bis 47 Euro monatlich, während ein gleichaltriger, angestellter Mechatroniker für dieselbe Absicherungshöhe mit rund 41 Euro monatlich kalkuliert. Hinzu kommen bei der DEVK sogenannte Stückkosten von rund 3 Euro pro Vierteljahr - ein vergleichsweise kleiner, aber bei einem genauen Beitragsvergleich nicht zu vernachlässigender Posten, da manche Wettbewerber hier etwas niedrigere Werte ansetzen.
Insgesamt bewegt sich die DEVK preislich im mittleren Marktsegment - nicht die günstigste, aber auch nicht die teuerste Option unter den etablierten deutschen BU-Anbietern. Der tatsächliche Beitrag hängt wie bei jedem Versicherer stark von individuellen Faktoren wie Alter, Beruf, Gesundheitszustand und der gewünschten Rentenhöhe ab, sodass die genannten Werte lediglich eine grobe Orientierung bieten können.
| Institut | Ergebnis | Hinweis |
|---|---|---|
| Morgen & Morgen | 5 von 5 Sternen | Bestnote |
| Franke & Bornberg | FF+ (gut bis sehr gut) | Nicht die Bestnote FFF+ |
| Stiftung Warentest | Note 2,3 ("gut") | Kein Einzug in die Bestnotenkategorie |
Franke & Bornberg testet die DEVK regelmäßig sowohl in der Kategorie selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung als auch in der Kategorie Einsteiger-Berufsunfähigkeitsversicherung - eine Differenzierung, die angesichts der beiden Haupttarife NBUJ und JobStarter-BU sinnvoll ist, da beide Tarife unterschiedliche Zielgruppen mit unterschiedlichem Leistungsumfang ansprechen. Die insgesamt solide, aber nicht an der absoluten Marktspitze liegende Notenlage deckt sich mit dem inhaltlichen Bild: Die DEVK bietet ein grundsätzlich zuverlässiges, aber bei einzelnen Bausteinen wie der Nachversicherungshöhe und der AU-Klausel-Dauer nicht marktführendes Gesamtpaket.
| Zielgruppe | Eignung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Auszubildende und Berufseinsteiger (15-30 J.) | Gut geeignet | Eigener Einsteigertarif JobStarter-BU mit garantiertem Startbeitrag |
| Kinder und Schüler | Gut geeignet | Grundfähigkeitsversicherung ab 10 Jahren, spätere Umwandlung möglich |
| Personen mit befristeter finanzieller Notlage | Gut geeignet | Flexible Beitragsstundung bei Arbeitslosigkeit, Elternzeit, Kurzarbeit |
| Personen mit hohem Nachversicherungsbedarf | Andere Anbieter zusätzlich prüfen | Nachversicherung auf 2.500 € gedeckelt |
| Personen mit Wunsch nach langer AU-Klausel | Andere Anbieter prüfen | Nur 18 statt marktführender 36 Monate |
Der Haupttarif trägt die Bezeichnung NBUJ und richtet sich an alle Berufsgruppen. Daneben gibt es den Einsteigertarif JobStarter-BU für Auszubildende und Berufseinsteiger zwischen 15 und 30 Jahren.
Die JobStarter-BU ist ein Einsteigertarif für 15- bis 30-Jährige mit besonders günstigem Startbeitrag. Dieser ist für die ersten fünf Vertragsjahre garantiert, bevor über weitere fünf Jahre eine moderate Steigerung erfolgt. Eine Beitragsdynamik ist in diesem Tarif nicht wählbar.
Bei einer attestierten, ununterbrochenen Arbeitsunfähigkeit von mindestens sechs Monaten zahlt die DEVK die vertraglichen Leistungen für die weitere ununterbrochene Dauer der Arbeitsunfähigkeit, längstens jedoch für 18 Monate.
Bei Arbeitslosigkeit, Elternzeit oder Kurzarbeit kann die DEVK die Beiträge stunden - entweder für maximal sechs Monate ohne Rückzahlungspflicht, allerdings mit einer verringerten Leistung, oder für maximal zwölf Monate mit anschließender Rückzahlungspflicht der gestundeten Beiträge inklusive Zinsen.
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