Die CosmosDirekt gehört zum Generali-Konzern und positioniert sich als günstiger Direktversicherer ohne Makler oder eigenen Außendienst. Die Gesundheitsfragen sind vergleichsweise kundenfreundlich - bei der technischen Ausgestaltung zählt sie nach unabhängiger Einschätzung aber zu den schwächsten Anbietern am Markt.
Vier Angaben, ein unverbindlicher Richtwert.
Dieser CosmosDirekt BU Rechner liefert einen unverbindlichen Richtwert. Da die CosmosDirekt keine anonyme Risikovoranfrage anbietet, kann eine Vorabprüfung Ihres Gesundheitszustands vor dem verbindlichen Antrag hier nicht erfolgen - ein Nachteil gegenüber vielen anderen Anbietern.
Der tatsächliche Beitrag hängt zusätzlich von der genauen Gesundheitsprüfung und Ihren Hobbys ab. Für ein verbindliches Angebot senden Sie uns gerne eine unverbindliche Anfrage.
Die CosmosDirekt wurde 1950 im Saarland als "Vereinigte Saarländische Volkshilfe und Terra Volks- und Lebensversicherungs-AG" gegründet. 1982 vollzog das Unternehmen einen radikalen Schritt: Es trennte sich von allen Geschäftsstellen und dem eigenen Außendienst und wurde ein reiner Direktversicherer - lange bevor das Internet den Vertrieb revolutionierte. Bereits 1996 ging die CosmosDirekt online. 1998 übernahm der italienische Generali-Konzern das Unternehmen.
Die CosmosDirekt arbeitet bewusst ohne Versicherungsmakler und ohne eigenen Außendienst - wer eine BU abschließen möchte, muss den Online-Antragsprozess direkt selbst durchlaufen. Angeboten werden neben der BU auch Risikoleben- und Rentenversicherungen sowie private Sachversicherungen (Kfz, Haftpflicht, Wohngebäude); eine Krankenversicherung und eine Gewerbeversicherung fehlen im Portfolio. Der Generali-Konzern steht in der unabhängigen Beratungsbranche teils in der Kritik, da er in der Vergangenheit große Bestände traditionsreicher Marken wie der Aachener Münchener oder der Central auf eine externe Abwicklungsplattform übertragen hat - ein Umstand, den manche Berater bei sehr langfristigen BU-Verträgen kritisch sehen.
Positiv: Die Hauptfrage der CosmosDirekt fragt nur nach tatsächlicher Behandlung, Beratung oder Untersuchung der letzten fünf Jahre - nicht nach offenen Beschwerden. Auch der Abfragezeitraum für stationäre Aufenthalte ist auf fünf Jahre verkürzt, inklusive des Wörtchens "stationär" (mindestens eine Übernachtung). Eine Liste harmloser Diagnosen (etwa ausgeheilte Blinddarm- oder Mandelentfernung, Erkältungskrankheiten) muss gar nicht angegeben werden, eine separate Medikamentenfrage fehlt.
| Kategorie | Zeitraum | Einordnung |
|---|---|---|
| Ärztliche Behandlung/Beratung/Untersuchung | 5 Jahre | Marktdurchschnitt |
| Stationäre Aufenthalte | 5 Jahre | Vorteilhaft (Standard: 10 Jahre) |
| Beschwerden ohne Arztbesuch | 3 Monate, aber offen formuliert | Kollektivschützend, aber nicht ideal |
| Drogenkonsum | 5 Jahre, allgemein (nicht nur Behandlung) | Etwas strenger als Marktbeste |
| Abgelehnte Vorverträge | Wird nicht gefragt | Kundenfreundlich |
Der entscheidende Schwachpunkt liegt jedoch nicht in den Fragen selbst, sondern im Fehlen einer anonymen Risikovoranfrage. Als reiner Online-Direktversicherer ohne PDF-Antrag gibt es keinen Weg, den eigenen Gesundheitszustand vorab unverbindlich und ohne Namen prüfen zu lassen. Wer direkt beantragt und abgelehnt oder nur mit Zuschlag angenommen wird, muss dies bei jedem weiteren BU-Antrag bei anderen Gesellschaften offenlegen - ein Risiko, das sich mit einer vorherigen Voranfrage über einen unabhängigen Vermittler vermeiden ließe.
Hier zeigt die CosmosDirekt nach unabhängiger Einschätzung ihre größten Schwächen. Die Beitragsdynamik ist auf maximal 3 Prozent gedeckelt (Marktstandard: 5 Prozent) und kann zusätzlich nur 15 Mal über die gesamte Vertragslaufzeit in Anspruch genommen werden - eine am Markt unübliche Beschränkung. Wer die Dynamik ab Vertragsbeginn jährlich nutzt, hat danach keinen automatischen Inflationsausgleich mehr; bei einem 20-jährigen Versicherten wäre das bereits mit 35 Jahren der Fall.
Die Leistungsdynamik ("Inflationsschutz" genannt) ist ebenfalls unterdurchschnittlich: Es sind maximal 2 statt der marktüblichen 3 Prozent wählbar, eine höhere Stufe wird dem Kunden nicht angeboten. In Kombination mit einer im Marktvergleich eher niedrigen Überschussbeteiligung im Leistungsfall ergibt sich hier ein spürbarer Nachteil gegenüber praktisch allen wichtigen Wettbewerbern.
Die CosmosDirekt verzichtet bei der Nachversicherung nur auf eine erneute Gesundheitsprüfung, nicht aber auf die vollständige Risikoprüfung - neue Hobbys, das aktuelle Rauchverhalten, geplante Auslandsaufenthalte und die derzeitige berufliche Tätigkeit müssen bei jeder Erhöhung erneut offengelegt werden. Positiv ist immerhin die Frist von zwölf Monaten pro Ereignis sowie die grundsätzliche Nutzbarkeit bis zum 50. Lebensjahr - allerdings nur innerhalb der ersten 20 Vertragsjahre. Wer mit 17 Jahren abschließt, kann demnach nur bis zum 37. Lebensjahr erhöhen, nicht bis 50.
Der entscheidende Schwachpunkt ist die Höhe: Jede einzelne Nachversicherung ist auf 250 Euro monatliche BU-Rente pro Ereignis begrenzt - die Hälfte des sonst marktüblichen Werts von 500 Euro. Auch die Voraussetzungen sind strenger als üblich: Eine Gehaltssteigerung bei Angestellten muss mindestens 20 statt der marktüblichen 10 Prozent betragen. Nur beim Berufseinstieg ist eine größere Einzelerhöhung von bis zu 1.500 Euro möglich. Im Premium-Tarif gibt es zusätzlich eine ereignisunabhängige Erhöhung in den ersten fünf Jahren (100 bis 500 Euro, maximal viermal, mit sechsmonatiger Wartezeit zwischen den Nutzungen). Insgesamt wird die Nachversicherung der CosmosDirekt von unabhängigen Maklern als eine der schwächsten Lösungen am gesamten Markt eingestuft - deutlich hinter Anbietern wie Canada Life, Baloise oder selbst der eher durchschnittlichen Ergo.
Die CosmosDirekt wirbt mit einem reduzierten Einstiegsbeitrag (Beispiel: 20,61 statt 62,47 Euro in den ersten fünf Jahren). Was dabei leicht übersehen wird: Im Startertarif können der Premium-Schutz, die AU-Klausel und der Inflationsschutz (Leistungsdynamik) nicht mit abgeschlossen werden - diese Bausteine lassen sich erst später in der sogenannten Zielphase hinzufügen. Wer diese Absicherungen von Anfang an wünscht, sollte auf den Startertarif verzichten. Wie bei praktisch allen Einsteigertarifen gilt zudem: Über die gesamte Vertragslaufzeit betrachtet ist der Startertarif teurer als ein direkter Abschluss der Normalvariante.
Die CosmosDirekt verzichtet auf die abstrakte Verweisung - sogar im günstigen Basistarif. Bei der konkreten Verweisung gibt es dagegen keine Sonderregelung, anders als etwa bei der Nürnberger, Baloise oder Ergo für bestimmte Berufsgruppen, oder dem HDI, der seit 2024 vollständig darauf verzichtet. Ein deutlicher Schwachpunkt findet sich beim Prognosezeitraum: Im Basistarif gilt weiterhin ein Zeitraum von 36 Monaten statt der marktüblichen sechs Monate - ein Arzt muss also eine voraussichtliche Berufsunfähigkeit von drei Jahren bescheinigen, was bei vielen Erkrankungsbildern kaum realistisch ist.
Die AU-Klausel ist in guter Form gestaltet (kein gleichzeitiger BU-Leistungsantrag nötig) und leistet marktübliche 24 Monate, der Mehrbeitrag liegt mit rund 15 Prozent aber deutlich über dem Marktdurchschnitt von 4 bis 5 Prozent. Eine Verlängerungsoption bei Erhöhung der Regelaltersgrenze existiert zwar, gilt aber nicht, wenn bereits einmal eine Leistung aus dem Vertrag geflossen ist, und bietet keine gesonderte Regelung für Mitglieder eines Versorgungswerks. Vorsatz im Straßenverkehr ist nicht mitversichert - hier haben Anbieter wie die Stuttgarter, LV 1871 oder die Alte Leipziger klar bessere Lösungen.
| Zielgruppe | Eignung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Junge Leute mit Karriereambitionen | Eher ungeeignet | Nachversicherung nur 250 €, Dynamik gedeckelt auf 15 Nutzungen |
| Schüler | Ungeeignet | Keine echte Schüler-BU, nur Kindererwerbsunfähigkeit |
| Akademiker mit hohem Bedarf | Eher ungeeignet | Fehlende anonyme Risikovoranfrage, schwache Erhöhungen |
| Gesunde Selbstentscheider ohne Erhöhungsbedarf | Bedingt geeignet | Günstiger Einstiegspreis, kundenfreundliche Gesundheitsfragen |
| Personen mit Vorerkrankungen | Ungeeignet | Keine Voranfrage möglich, direkter Antrag nötig |
| Institut | Ergebnis | Hinweis |
|---|---|---|
| Deutsches Finanz-Service Institut (DFSI) | "gut" (durchgängig) | 2020, keine Bewertung für Azubis |
| Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) | "exzellent"/"sehr gut" | Alle sechs untersuchten Berufsgruppen (2023) |
| Stiftung Warentest | "gut" | Als eigenständige BU; Einsteigertarif ebenfalls "gut" |
| Franke & Bornberg | "FF" (befriedigend) | Stand 2017, aktuell nicht mehr gelistet |
| Morgen & Morgen | 2 von 5 Sternen | Basistarif, deutlich abgeschlagen |
Die durchwachsenen bis widersprüchlichen Testnoten spiegeln die Kritikpunkte aus der Praxis wider: Während einzelne Institute mit generischen Berufsgruppen-Modellkunden gute Noten vergeben, zeigen ein detaillierter Blick auf die technische Ausgestaltung - insbesondere die Nachversicherung und die Dynamikbegrenzung - deutliche Schwächen, die in oberflächlichen Vergleichen leicht übersehen werden.
Nein. Als reiner Direktversicherer ohne Maklerzugang bietet die CosmosDirekt keinen anonymen Antragsweg an - Angaben zu Vorerkrankungen müssen direkt im Online-Antragsprozess gemacht werden, ohne vorherige, unverbindliche Prüfung.
Sehr niedrig: Jede einzelne Nachversicherung ist bei der CosmosDirekt auf nur 250 Euro monatliche BU-Rente pro Ereignis begrenzt - deutlich unter dem Marktstandard von 500 Euro. Nur beim Berufseinstieg sind einmalig bis zu 1.500 Euro möglich. Zusätzlich sind Erhöhungen nur in den ersten 20 Vertragsjahren möglich.
Maximal 15 Mal über die gesamte Vertragslaufzeit, zudem auf 3 Prozent gedeckelt. Wer die Dynamik jährlich ab Vertragsbeginn nutzt, hat nach 15 Jahren keinen automatischen Inflationsausgleich mehr - bei jungen Versicherten kann das schon Mitte 30 der Fall sein.
Nein, die CosmosDirekt bietet für Schüler nur eine Kindererwerbsunfähigkeitsversicherung an, kein Berufsunfähigkeitsprodukt. Bei einer späteren Umwandlung wird der dann ausgeübte Beruf neu bewertet, was insbesondere bei körperlichen oder sozialen Berufen teuer werden kann.
Im Startertarif können der Premium-Schutz, die AU-Klausel und der Inflationsschutz (Leistungsdynamik) nicht mit abgeschlossen werden - diese Bausteine lassen sich erst in der späteren Zielphase hinzufügen. Wer diese Absicherungen von Anfang an möchte, sollte den Startertarif meiden.
Die CosmosDirekt kann für Personen mit abgeschlossener Gesundheitsprüfung und geringem künftigem Erhöhungsbedarf infrage kommen, die bewusst auf eine Maklerberatung verzichten möchten. Für junge Leute, Akademiker und alle mit absehbarem Gehalts- oder Karrierewachstum ist sie aufgrund der schwachen Nachversicherung und gedeckelten Dynamik in der Regel keine gute Wahl.
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