BU ab 60 · Stand August 2026

BU mit 60: Was noch möglich ist

Mit 60 Jahren wird ein klassischer BU-Abschluss deutlich schwieriger. Dieser Ratgeber erklärt, bei welchen Versicherern ein Abschluss noch realistisch ist, ob sich die Absicherung angesichts der kurzen Restlaufzeit überhaupt noch lohnt und welche Alternativen zur Verfügung stehen.

Viele Versicherer lehnen Anträge ab 55-58 ab ✓ Einzelne Anbieter akzeptieren Anträge bis 60+
Annahme
nur bei wenigen Versicherern
Voraussetzung
meist sehr guter Gesundheitszustand
Beitrag
deutlich höher als in jüngeren Jahren
Alternative
Grundfähigkeits- oder Dread-Disease-Versicherung
Grundsätzliches

Wie realistisch ein BU-Abschluss mit 60 tatsächlich ist

Kurzantwort

Nur bei wenigen Versicherern und meist nur bei sehr gutem Gesundheitszustand ist ein Abschluss mit 60 Jahren noch möglich.

Die meisten BU-Versicherer setzen ihre maximale Annahmegrenze zwischen 55 und 60 Jahren an, manche bereits früher. Mit 60 Jahren befindet man sich damit am äußersten Rand oder bereits außerhalb des von vielen Gesellschaften akzeptierten Antragsalters. Dennoch gibt es einzelne Versicherer, die auch in diesem Alter noch Anträge annehmen - vorausgesetzt, der Gesundheitszustand ist überdurchschnittlich gut und es liegen keine relevanten Vorerkrankungen vor. Diese Marktnische ist jedoch deutlich kleiner als bei jüngeren Antragstellern, was die Suche nach einem passenden Anbieter entsprechend aufwendiger macht. Wer über eine besonders gute Gesundheit verfügt und seinen Beruf ohne körperliche Einschränkungen ausübt, hat dennoch reale Chancen, auch in diesem Alter noch einen passenden Vertrag zu finden.

Diese eingeschränkte Auswahl an Versicherern macht eine unabhängige Beratung in diesem Alter besonders wertvoll: Ein erfahrener Makler kennt in der Regel genau, welche Gesellschaften überhaupt noch Anträge in dieser Altersgruppe annehmen, und kann so unnötige, aussichtslose Antragstellungen von vornherein vermeiden. Eine wahllose Anfrage bei mehreren Versicherern ohne vorherige Prüfung der Annahmegrenzen kann dagegen zu mehreren Ablehnungen führen, die später bei weiteren Anträgen angegeben werden müssen.

Auch die genaue Definition des Antragsalters spielt eine Rolle: Manche Versicherer berechnen das Eintrittsalter nach dem tatsächlichen Geburtsdatum, andere nach dem sogenannten versicherungstechnischen Alter, das sich am nächsten oder nächstliegenden Geburtstag orientiert. Diese unterschiedlichen Berechnungsmethoden können im Einzelfall darüber entscheiden, ob ein Antrag überhaupt noch angenommen wird.

Auch die Bereitschaft der Versicherer, in diesem Alter überhaupt Anträge anzunehmen, kann sich im Zeitverlauf ändern, etwa aufgrund veränderter regulatorischer Rahmenbedingungen oder strategischer Entscheidungen einzelner Gesellschaften. Wer bereits vor einiger Zeit eine Absage erhalten hat, sollte daher nicht automatisch davon ausgehen, dass sich an der Marktlage nichts geändert hat, sondern eine erneute, aktuelle Marktrecherche in Betracht ziehen.

Auch die Formulierung der Gesundheitsfragen kann sich zwischen Versicherern unterscheiden, was bedeutet, dass eine bestimmte Vorerkrankung bei einem Versicherer zur Ablehnung führen kann, während sie bei einem anderen möglicherweise nur zu einem moderaten Risikozuschlag führt. Diese Unterschiede unterstreichen erneut die Bedeutung eines gezielten, gut informierten Vergleichs mehrerer Anbieter, statt sich nach der ersten Ablehnung entmutigen zu lassen.

Wirtschaftliche Betrachtung

Lohnt sich die BU angesichts der kurzen Restlaufzeit noch?

Kurzantwort

Das hängt vom individuellen Renteneintrittsalter ab - wer noch mehrere Jahre arbeitet, trägt weiterhin ein reales Risiko.

Wer mit 60 Jahren noch fünf, sieben oder mehr Jahre bis zum geplanten Renteneintritt arbeiten möchte oder muss, trägt in dieser Zeit weiterhin ein reales Berufsunfähigkeitsrisiko. Für diese Personengruppe kann sich eine BU-Absicherung trotz der kurzen Restlaufzeit und der höheren Kosten durchaus lohnen, da das finanzielle Risiko eines Einkommensausfalls ohne Absicherung ungleich höher wäre als die Kosten der Versicherung.

Wer dagegen bereits konkret plant, in den kommenden ein bis zwei Jahren in Rente zu gehen, sollte die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit eines Neuabschlusses genau abwägen: Bei einer derart kurzen verbleibenden Absicherungsdauer kann das Verhältnis zwischen den gezahlten Beiträgen und dem tatsächlich abgesicherten Zeitraum ungünstig ausfallen, insbesondere wenn der Beitrag aufgrund des hohen Eintrittsalters bereits sehr hoch angesetzt ist.

Eine sorgfältige, individuelle Kosten-Nutzen-Abwägung ist daher in diesem Alter besonders wichtig. Faktoren wie der eigene Gesundheitszustand, die finanzielle Absicherung durch andere Vermögenswerte oder Ersparnisse sowie die tatsächlich geplante Anzahl verbleibender Arbeitsjahre sollten in diese Entscheidung einfließen, idealerweise mit Unterstützung einer unabhängigen Finanzberatung.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Betrachtung bereits vorhandener Absicherungen: Wer über Jahre hinweg Vermögen aufgebaut hat, etwa durch Immobilienbesitz, Wertpapiere oder eine bereits abbezahlte Immobilie, kann diese Vermögenswerte in die Gesamtbetrachtung einbeziehen. In manchen Fällen kann ein ausreichendes Vermögenspolster einen Teil des Risikos abfedern, das andernfalls über eine BU-Versicherung abgesichert werden müsste - auch wenn eine vollständige Substitution der Versicherung durch Vermögen in den meisten Fällen nicht realistisch ist. Wer sich in dieser komfortablen Situation befindet, sollte dennoch prüfen, ob eine zumindest teilweise Absicherung sinnvoll bleibt, um das eigene Vermögen im Ernstfall nicht vorzeitig aufbrauchen zu müssen.

Auch die Frage, ob bereits eine betriebliche Altersvorsorge oder andere Absicherungsformen über den Arbeitgeber bestehen, sollte in die Gesamtbetrachtung einfließen. Wer über den Arbeitgeber bereits einen gewissen Grundschutz genießt, kann diesen bei der Entscheidung über eine zusätzliche private Absicherung berücksichtigen.

Kostenfrage

Mit welchen BU-Beiträgen mit 60 zu rechnen ist

Der Beitrag für eine BU-Versicherung mit 60 Jahren liegt deutlich über dem eines Abschlusses in jüngeren Jahren. Sowohl das statistisch hohe Berufsunfähigkeitsrisiko in diesem Alter als auch die kurze verbleibende Vertragslaufzeit treiben den Beitrag erheblich in die Höhe. Ein detaillierter Vergleich mehrerer Anbieter ist in diesem Alter besonders wichtig, da sich die Konditionen zwischen den wenigen infrage kommenden Versicherern erheblich unterscheiden können.

Ein konkretes Zahlenbeispiel verdeutlicht die Größenordnung: Während der Beitrag mit 30 Jahren für eine bestimmte Rentenhöhe vergleichsweise moderat ausfällt, kann derselbe Vertrag mit 60 Jahren ein Vielfaches kosten - bei einigen Versicherern und Tarifkonstellationen sogar mehr als das Fünffache. Diese erhebliche Steigerung resultiert aus der Kombination von hohem statistischem Risiko und sehr kurzer verbleibender Vertragslaufzeit.

Aus diesem Grund lohnt sich in diesem Alter ein besonders genauer Blick auf die Rentenhöhe: Statt eine möglichst hohe Absicherung anzustreben, die zu einem entsprechend hohen Beitrag führen würde, kann es sinnvoller sein, die Rentenhöhe gezielt auf den tatsächlichen, meist überschaubaren Bedarf für die verbleibenden Arbeitsjahre zu begrenzen. Eine realistische Einschätzung des tatsächlichen finanziellen Bedarfs kann helfen, den Beitrag in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Auch eine schrittweise Reduzierung der Rentenhöhe über die Vertragslaufzeit hinweg, sofern der Tarif dies vorsieht, kann eine Möglichkeit sein, den anfänglichen Beitrag zu senken und ihn an den mit zunehmendem Alter sinkenden Absicherungsbedarf anzupassen.

Auch die Vertragslaufzeit selbst sollte in diesem Alter genau durchdacht werden: Statt einer Absicherung bis zum regulären gesetzlichen Rentenalter kann eine kürzere, exakt auf den geplanten tatsächlichen Renteneintritt zugeschnittene Laufzeit sinnvoll sein, um den Beitrag zu senken, ohne dabei die relevante Absicherungslücke ungeschützt zu lassen. Wer sich unsicher ist, wann genau der eigene Renteneintritt erfolgen wird, sollte eher großzügig kalkulieren, um nicht in eine Versorgungslücke in den letzten Berufsjahren zu geraten.

Auch der Vergleich mit dem Verzicht auf eine Absicherung sollte in die Überlegung einbezogen werden: Wer sich gegen einen BU-Abschluss mit 60 Jahren entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass im Falle einer tatsächlich eintretenden Berufsunfähigkeit in den verbleibenden Arbeitsjahren keinerlei zusätzliche finanzielle Unterstützung über die gesetzliche Erwerbsminderungsrente hinaus zur Verfügung stünde. Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente liegt in Deutschland bei etwas über 1.000 Euro monatlich brutto - ein Betrag, der für die meisten Menschen, die sich über Jahrzehnte an ein deutlich höheres Einkommen gewöhnt haben, kaum ausreichen dürfte, um den gewohnten Lebensstandard auch nur annähernd zu halten.

Alternative Absicherungen

Alternativen, wenn eine BU mit 60 nicht mehr möglich ist

Sollte eine klassische BU-Versicherung mit 60 Jahren nicht mehr erhältlich sein, kommen alternative Absicherungsformen infrage: Eine Grundfähigkeitsversicherung zahlt beim Verlust bestimmter körperlicher oder geistiger Fähigkeiten und wird teilweise mit vereinfachten Gesundheitsfragen angeboten. Eine Dread-Disease-Versicherung leistet bei Diagnose bestimmter schwerer Krankheiten eine einmalige Kapitalauszahlung. Auch eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung kann in manchen Fällen eine Option darstellen - mehr zu den grundlegenden Unterschieden dieser Absicherungsformen im Ratgeber BU und Unfallversicherung: braucht man beides?. Auch eine private Unfallversicherung kann als ergänzender Baustein sinnvoll sein, deckt jedoch, wie im verlinkten Ratgeber ausführlich erläutert, nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Berufsunfähigkeitsursachen ab.

Bei der Wahl zwischen diesen Alternativen sollte genau geprüft werden, welche der jeweiligen Absicherungen die individuelle Lebenssituation am besten abdeckt. Eine Grundfähigkeitsversicherung eignet sich besonders für Berufe, bei denen bestimmte körperliche Fähigkeiten - etwa Feinmotorik oder Gehör - für die Berufsausübung unverzichtbar sind. Eine Dread-Disease-Versicherung kann dagegen sinnvoll sein, um zumindest bei Diagnose einer schweren Erkrankung eine finanzielle Soforthilfe zu erhalten, unabhängig davon, ob daraus tatsächlich eine vollständige Berufsunfähigkeit resultiert.

Auch eine Kombination mehrerer dieser Alternativen kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein, um verschiedene Aspekte des verbleibenden Risikos abzudecken. Eine unabhängige Beratung sollte in jedem Fall hinzugezogen werden, da die Voraussetzungen, Leistungsumfänge und Kosten dieser Alternativen erheblich variieren und sich nicht ohne fachkundige Einschätzung sinnvoll miteinander vergleichen lassen.

Auch bei Selbstständigen mit 60 Jahren, die möglicherweise noch einige Jahre in ihrem Betrieb aktiv bleiben möchten, kann eine Kombination aus reduzierter BU-Absicherung und einer Betriebsunterbrechungsversicherung sinnvoll sein, um sowohl das persönliche Erwerbsunfähigkeitsrisiko als auch mögliche betriebliche Ausfälle abzudecken - mehr zu den besonderen Herausforderungen dieser Berufsgruppe im Ratgeber BU für Selbstständige.

Für Angestellte kann dagegen eine Rücksprache mit dem Arbeitgeber über eventuell vorhandene betriebliche Zusatzleistungen im Krankheits- oder Invaliditätsfall sinnvoll sein, um die Gesamtabsicherung realistisch einzuschätzen, bevor eine kostspielige zusätzliche private Absicherung abgeschlossen wird.

Unabhängig von der individuellen beruflichen Situation gilt: Je früher im Prozess eine unabhängige, fachkundige Beratung hinzugezogen wird, desto effizienter lässt sich der richtige Weg durch die verbleibenden Optionen finden - sei es ein klassischer BU-Abschluss bei einem passenden Versicherer, eine der genannten Alternativen oder eine Kombination verschiedener Absicherungsformen, die gemeinsam ein ausreichendes Schutzniveau für die letzten Berufsjahre bieten.

Abschließend gilt: Auch wenn ein Abschluss mit 60 Jahren deutlich schwieriger ist als in jüngeren Jahren, sollte niemand vorschnell aufgeben. Die Bandbreite der am Markt verfügbaren Lösungen ist größer, als viele Interessenten zunächst annehmen - von der klassischen BU über Grundfähigkeits- und Dread-Disease-Versicherungen bis hin zu individuell zugeschnittenen Kombinationslösungen. Eine gründliche, unabhängige Beratung ist der Schlüssel, um in dieser Lebensphase die für die eigene Situation passende Absicherung zu finden.

Handlungsempfehlung

Praktische Tipps für den BU-Abschluss mit 60

Gezielt nach passenden Anbietern suchen

Nur wenige Versicherer akzeptieren Anträge in diesem Alter überhaupt.

Unabhängige Beratung nutzen

Spezialisierte Makler kennen die aktuellen Annahmegrenzen der Anbieter.

Alternativen frühzeitig prüfen

Grundfähigkeits- oder Dread-Disease-Versicherung als Rückfalloption einplanen.

Restlaufzeit realistisch einschätzen

Geplantes Renteneintrittsalter bei der Entscheidung berücksichtigen.

Häufige Fragen

BU mit 60: die wichtigsten Antworten

Kann man mit 60 noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Nur bei wenigen Versicherern und meist nur bei sehr gutem Gesundheitszustand.

Lohnt sich eine BU mit 60 angesichts der kurzen Restlaufzeit noch?

Das hängt vom geplanten Renteneintrittsalter ab - wer noch mehrere Jahre arbeitet, trägt weiterhin ein reales Risiko.

Welche Alternativen gibt es zur Berufsunfähigkeitsversicherung mit 60?

Grundfähigkeits-, Dread-Disease- oder Arbeitsunfähigkeitsversicherung.

Wie finde ich BU-Versicherer, die noch Anträge mit 60 annehmen?

Eine unabhängige Beratung kennt in der Regel die aktuellen Annahmegrenzen der einzelnen Versicherer.

Sollte ich die BU-Rentenhöhe in diesem Alter reduzieren?

Eine Anpassung an den tatsächlichen Bedarf für die verbleibenden Arbeitsjahre kann den Beitrag in einem vertretbaren Rahmen halten.

Zum Mitnehmen

Checkliste für den BU-Abschluss mit 60

Passende Versicherer identifizieren

Nur wenige Anbieter akzeptieren Anträge in diesem Alter überhaupt.

Restlaufzeit realistisch bewerten

Geplantes Renteneintrittsalter in die Wirtschaftlichkeitsprüfung einbeziehen.

Rentenhöhe bedarfsgerecht wählen

Nicht mehr absichern als für die verbleibenden Arbeitsjahre tatsächlich nötig.

Alternativen als Rückfalloption

Grundfähigkeits- oder Dread-Disease-Versicherung bei fehlender BU-Option prüfen.

Wer diese Punkte beachtet, kann auch mit 60 Jahren noch eine realistische Einschätzung treffen, ob und in welcher Form sich eine Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit noch lohnt.

Auch wenn ein Abschluss mit 60 Jahren die Ausnahme statt die Regel darstellt, lohnt sich der Versuch in vielen Fällen: Wer noch mehrere Jahre erwerbstätig sein wird und einen guten Gesundheitszustand vorweisen kann, findet mit der richtigen Beratung und einem sorgfältigen Vergleich mehrerer Anbieter oft doch noch eine passende Lösung - sei es eine klassische BU bei einem der wenigen infrage kommenden Versicherer oder eine der genannten Alternativen.

Kostenlos & unverbindlich

Ihr persönliches BU-Angebot

Vielen Dank, {{ d.vorname }}!

Ihre Anfrage ist eingegangen. Wir vergleichen die passenden Tarife und melden uns in Kürze mit einem unverbindlichen Angebot bei Ihnen.